Geschichte des Tees

Geschichte des Tees

Die Geschichte des Tees beginnt in China. Über genetische Analyse der Teepflanzen hat man herausgefunden, dass sich der Tee vermutlich in der den chinesischen Provinzen Sichuan und Yunnan entwickelt hat. Wann genau mit der Kultivierung des Tees begonnen wurde, lässt sich nicht mehr genau bestimmen. Es wird aber bereits mehrere Tausend Jahre v. Chr. begonnen worden sein. Tee wurde damals in erster Linie zu medizinischen Zwecken verwendet.

Entwicklung in Asien

Ab dem 3. Jahrhundert v. Chr. ist Tee urkundlich belegt., denn auf den medizinisch verwendeten Tee wurde damals durch die Regierung der Qin-Dynastie eine Teesteuer erhoben. In ersten Jahrhunderten nach Christus verbreitete sich der Tee immer weiter in Südostasien in heute zu Japan und Korea gehörende Regionen. Um 1000 wird der Tee bereits als anregendes Getränk und Genussmittel am Hof getrunken. Auch Mönche buddhistischen Klöstern, beginnen die Teepflanze anzubauen und das Getränk bei Meditationen zu nutzen.

Bereits aus dem Jahr 760 n. Chr. stammt das Buch vom Tee, chinesisch Chajing, welches, von Lu Yu verfasst, den Tee in zehn kurzen Abschnitten vorstellt. Es handelt sich um die erste erhaltene Publikation über Tee. Vom Pflanzen, Ernten und Verarbeiten der Teepflanzen bis zum Trinken des Tees und den besten Anbaugebieten des Landes reichen die Ausführungen.

Der Tee kommt nach Europa

Zuerst lernen portugiesische Händler im China des 16. Jahrhunderts den Tee als Getränk kennen, damals chá genannt. Im Jahr 1610 wurde die erste Ladung grünen Tees von holländischen Kaufleuten der Niederländischen Ostindien-Kompanie von Macau in Südchina über Java nach Amsterdam verschifft. Holland übernahm zu dieser Zeit das Teemonopol von den Portugiesen. Nach weiteren Lieferungen an die begeisterten Europäer breitete sich der Tee von den Niederlanden nach Europa und in die USA aus.

Am Englischen Hof führte Katharina von Braganza den Tee ein. Die 1662 eingeheiratete hatte ihn vorher in Portugal kennen gelernt. Tee war zu dieser Zeit ein teures Luxusprodukt. Für die breite Bevölkerung wurde der Tee erst erschwinglich, als der Teeschmuggel im 18. Jahrhundert florierte. Schnell eröffneten öffentliche Teehäuser in Großbritannien, die eine Teekultur begründeten. Schwarzer Tee stieg in der Popularität an, er wurde vor dem Trinken mit Milch und Zucker verfeinert.

Die deutsche Teekultur ist stark mit Ostfriedland verbunden. Im 17. Jahrhundert kam der Tee von den Niederlanden aus nach Norddeutschland, 1743 eröffnete in Hannover das Teegeschäft von F. J. Seeger als erstes in Deutschland. Dieses existiert bis heute. Nachdem eine Handelssperre in den Niederlanden für Teehändler ausgerufen wurde, ließen sich viele in Ostfriesland nieder und führten ihren Handel von dort fort.

In der ersten Zeit wurde Tee per Schiff nach Europa gebracht. Da die Handelsschiffe mindestens ein halbes Jahr unterwegs waren, ließ die Qualität des Tees oft zu wünschen übrig. Die feuchte Lagerung in den Schiffsräumen tat den Tees nicht gut. Abgesehen vom Transport per Schiff gab es auch einen Teehandel über den Landweg in Russland. Hier transportierter Tee war schneller am Ziel und von höherer Qualität, er wurde als Karawanentee bezeichnet.

Erschließung weiterer Anbaugebiete

1823 erreichte der schottische Abenteurer Robert Bruce auf einer Reise durch China und Indien die Provinz Assam. Dort entdeckte er die wild wachsende Teepflanze des Assamgebiets, die von den Bewohnern der Gegend zu Tee verarbeitet wurde. Um die Pflanze zu untersuchen, erstand er einige Proben. Nach dem Tod des Abenteurers schickte dessen Bruder die Pflanzen nach Kalkutta, wo sie am botanischen Institut untersucht und als Teepflanze bestimmt wurden. Es handelte sich um eine andere Art als die in China bekannte. Versuche, den neuen Tee zu kultivieren, scheiterten zunächst, bis sie mit der chinesischen Teepflanze gekreuzt wurde. Schließlich wurde Assam Tee ab 1830 in England verkauft.

Arthur Campbell, ein Mediziner, der 1839 nach Darjeeling kam, brachte 1841 Samen der chinesischen Teepflanze nach Darjeeling. Hier experimentierte er mit dem Anbau des Tees an den Südhängen des Himalaya-Gebirges. Zunächst von ihm medizinisch genutzt, wurde der Tee ab 1850 kommerzialisiert und trat seinen Siegeszug durch die Welt an. Tee aus Darjeeling gilt heute als einer der besten verfügbaren Teesorten.

Der nichtkommerzielle Teeanbau startete bereits 1824 in Sri Lanka, damals Ceylon. Verschiedene Experimente mit dem Anbau von Tee aus Assam und Kalkutta folgten. Doch erst James Taylor startete 1867 die erste kommerzielle Teeplantage in Kandy im Zentrum der Insel. Die Plantage, zu Anfang nur 19 Ar groß, entwickelte sich bis 1872 zu einer größeren Fabrik. Ein Jahr später erreichte die erste Lieferung des Ceylon-Tees London.

Erst um 1900 wurde der Teeanbau in Kenia in Afrika begonnen. Inzwischen hat es sich zu einem der großen Teeexporteure entwickelt.


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