Teeverkostung – Die Methoden der Profi-Verkoster

Teeverkostung – Die Methoden der Profi-Verkoster

Ob Teegroßhändler oder privater Genießer, ein guter Tee will ausgesucht und probiert werden. Wer eine professionelle Teeverkostung macht, um seinen Tee auszusuchen, kann sich an dem Verfahren der Branchenprofis orientieren. Es ist ein weltweiter Standard für die Verkostung von Tee.

Beim Standardverfahren der Teeverkostung wird der Tee portioniert, zubereitet und danach mit beurteilt. Es gibt eine Standardmenge Tee für die Verkostung, eine standardisierte Ziehzeit und sogar ein einheitliches Geschirr. Hierbei kommen alle Sinne zum Einsatz. Warum muss man beim Verkosten achten? Welche Methoden verwenden die Profis?

Vorbereitung der Teeverkostung

Bereitstellen der Tees. Normalerweise werden mehrere Tees gleichzeitig getestet, die mit eigenen Tassen aufgereiht bereitgestellt werden. So lässt sich jeder Tee im Vergleich mit den anderen probieren. Eine professionelle Teeverkostung nutzt ein standardisiertes Teegewicht pro Portion: 2,86 Gramm. Nach britischer Tradition, denn so viel wog eine alte zwei Pence Münze. Zusätzlich zum Tee, der aufgegossen wird, wird das trockene Teeblatt zur Begutachtung bereitgelegt.

Aufgießen. Der Tee wird in einem genormten Becher mit siedendem Wasser aufgegossen und abgedeckt. Wenn viele Tees probiert werden, der Tee auch zunächst angegossen, also mit wenig Wasser bedeckt werden. Erst sobald alle Tees angegossen sind, werden die Becher vollgefüllt.

Abgießen. Aus dem Teebecher wird der Tee nach exakt fünf Minuten Ziehzeit über den Deckel in die Tasse gegossen. Die feuchten Teeblätter im Deckel des Bechers – Infusion genannt – werden zur Betrachtung im umgedrehten Deckel auf die Tasse gelegt.

Ablauf der Verkostung

Prüfung des trockenen Blattes. Bis der Tee abgekühlt ist und probiert werden kann, werden die trockenen Teeblätter unter die Lupe genommen und auf Farbe und Eigenschaften geprüft. Hierbei achtet man vor allem darauf, dass das Blatt dem angegebenen Blattgrad entspricht und von Verunreinigungen wie Stängeln frei ist.

Prüfen der Infusion. Im zweiten Schritt werden die feuchten Teeblätter der Infusion angeschaut und gerochen. Der Geruch des Tees sollte die charakteristischen Gerüche seines Anbaugebiets enthalten, die der Teeverkoster im Laufe seiner Verkostungen kennen gelernt hat. Falls der Tee beim Transport aromatisch verunreinigt wurde oder falsch gelagert wurde, lässt sich es beim Geruchstest feststellen.

Schmecken des Tees. Nun kommt das eigentliche Probieren des Tees. Der Tee wird von einem Löffel (oft der eigenen des Testers) oder direkt aus der Tasse eingeschlürft. Schlürfen ist hier sogar geboten. Der Tee muss möglichst viel Sauerstoff erhalten, um alle seine Aromen zu entfalten. Anschließend wird der Gaumen mit dem Tee umspült. Aus seiner Erfahrung kann der Verkoster dadurch verschiedenen Aromen des Tees, von zitronig bis fruchtig, malzig bis würzig, wahrnehmen.

Wie bei Weinverkostungen spucken die Teeverkoster den Tee wieder aus. Ansonsten würde man beim Probieren von mehreren Hundert Tees pro Tag zu viel Koffein zu sich nehmen.

Teeverkostungen als Event

Wer selbst unter professioneller Anleitung eine Teeverkostung durchführen möchte, kann sich bei vielen Anbietern für eine Verkostung registrieren.

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